Praxisnahe Bildung und persönliche Kontakt für die Zukunft
Absolventen der HLS berichten über ihre Erfahrungen

Wer als Landwirt den Herausforderungen gewachsen sein will, braucht eine umfassende Aus- und Fortbildung. Der Standort Almesbach als überregionales Bildungszentrum für die Landwirtschaft Nordostbayerns bietet mit seiner Höheren Landbauschule (HLS) die notwendige praxisnahe Bildung für Junglandwirte, um sich auf die Zukunft vorzubereiten.

Schwerpunkte der zehnmonatigen Fortbildung sind die Vertiefung der Betriebsleiteraufgaben in der Produktionstechnik, die Übung des unternehmerischen Denkens, Trainieren von Teamarbeit und Gemeinschaftssinn und die Persönlichkeitsbildung. So kann die Schule dazu beitragen, die Zukunft der Betriebe zu sichern.
Perspektiven
Die Absolventen der HLS sind aber auch in Wirtschaft und Verwaltung gefragt. Das Angebot der an die Schule gemeldeten offenen Stellen – meist aus der Region – übersteigt aber regelmäßig die Nachfrage aus den Reihen der Absolventen. Der Schulbesuch eröffnet also auch attraktive alternative Einkommensmöglichkeiten.
Voraussetzungen
Voraussetzung für den Besuch der Höheren Landbauschule ist die erfolgreiche Abschlussprüfung im Beruf Landwirt sowie der Abschluss der Landwirtschaftsschule. Nach erfolgreichem Abschluss der HLS führen die Absolventen die Berufsbezeichnung "Staatlich geprüfte/r Agrarbetriebswirt/in".

Absolventen blicken zurück

Fünf junge Absolventen aus den letzten beiden Jahren blicken zurück auf ihre Schulzeit und erklären, warum ihr landwirtschaftlicher Betrieb vom Besuch der Schule profitiert und was ihnen der Besuch der HLS persönlich gebracht hat.
Benedikt Lottner, Grasdorf, Landkreis Schwandorf (Jahrgang 2018/19)
Für ihn war rückblickend effektiv, dass er das Wissen der Landwirtschaftsschule vertiefen und dann anhand des praxisnahen Unterrichts in der Produktionstechnik besser verstehen konnte. Die in Betriebswirtschaft geübte Frage nach Kosten und Nutzen, wenn diese oder jene Maßnahme umgesetzt wird, wird er auch künftig anwenden, um seinen Betrieb langfristig existenzfähig zu halten. Auch ist es ihm nun möglich, die steuerlichen Gestaltungsmöglichkeiten korrekt einzusetzen. Persönlich war ihm wichtig, neue Leute kennen gelernt zu haben - von Cham bis Bayreuth. Er erweiterte sein fachliches Netzwerk und knüpfte neue Freundschaften, die auch nach Ende der Schule gepflegt werden.
Josef Marzi, Feilersdorf, Landkreis. Neustadt a. d.d Waldnaab (Jahrgang 2017/18)
Die intensive Auseinandersetzung mit den betrieblichen Zahlen und einer konkreten Betriebsentwicklung, die nicht nur den Betrieb, sondern auch private Entwicklungsschritte im Blick hat, war für ihn ein wesentlicher Schwerpunkt. Persönlich stellt auch er heraus, dass er neue Menschen kennengelernt und seinen Horizont bei Lehrfahrten und Betriebsbesuchen erweitert hat. Eine einmalige Erfahrung sei das Öffentlichkeitsprojekt gewesen, bei dem Schüler Lehrern Landwirtschaft erklärten.
Veronika Wieser, Niederwinkling, Landkreis Straubing (Jahrgang 2017/18)
Für sie brachte der Meinungs- und Erfahrungsaustausch mit den Klassenkameraden den größten Effekt - persönlich und betrieblich. "Man lernt nicht nur von den Lehrern", erklärt sie. In der HLS hat sie gelernt, vor Publikum zu präsentieren und gewann dadurch an Selbstbewusstsein. Durch die intensive Beschäftigung mit dem Betrieb analysierte sie dessen Stärken und Schwächen. Seit ihrem Abschluss sind in der Schule gewonnene Erkenntnisse bereits eingeflossen und die in der Facharbeit berechneten Investitionen größtenteils umgesetzt worden. Das brachte den BEtrieb nach vorne. Außerdem war der HLS-Abschluss Grundlage für eine Anstellung außerhalb ihres Betriebes.
Julian Raps, Würnsreuth, Landkreis Bayreuth (Jahrgang 2018/19)
Er beschreibt als wichtige Erkenntnis, dass die Betriebsblindheit durch das Angebot des Studierendenaustausches gemindert wurde. Hier hat ihn ein Klassenkamerad über ein Wochenende besucht und ihn und seine Arbeit auf seinen Betrieb analysiert. Auch die Einsicht, welche Betriebsentwicklung für den eigenen Betrieb sinnvoll wäre, brachte ihm der Schulbesuch. Persönlich sind ihm die neuen Kontakte aus verschiedenen Regionen Nordostbayerns als Gewinn geblieben.
Benedikt Kappauf, Waldershof, Landkreis Tirschenreuth (Jahrgang 2017/18)
Rückblickend ist für ihn die Vertiefung von fachlichem Wissen in Bodenkunde, Tierhaltung, Tiergesundheit und Fütterung ein wesentlicher Effekt der Schule. "Ich kann jetzt fundierter, z. B. mit dem Tierarzt oder dem Verkaufsberater diskutieren", ist seine Schlussfolgerung. Aber auch die vertieften betriebswirtschaftlichen Erkenntnisse zu Investitionen und Produktionskosten möchte er nicht missen. Die viele Erlebnisse, die es nur in einer Gemeinschaft gibt, und die neuen Freundschaften und noch immer guten Kontakte zu den Mitschülern sind ihm ebenfalls wertvoll.
Alle fünf sind sich einig:
"Die Höhere Landbauschule ist ein Jahr fürs Leben – betrieblich und persönlich."