Einzigartig in Bayern
Der Almesbacher Studierendentausch
von den Studierenden Daniela Müller und Veronika Wieser

Schulstart

Jährlich im Dezember wird an der Höheren Landbauschule Almesbach ein sogenannter Studierendentausch angeboten. Zwei Studierende besuchen sich für jeweils zwei Tage gegenseitig und lernen so die Betriebsabläufe des jeweiligen anderen Betriebs kennen.

Die Studierenden müssen sich vorbereitend einen geeigneten Tauschbetrieb aussuchen. Die Betriebe sollten nicht zu weit auseinander liegen, denn die Klassleitung besucht die Betriebe, um auch einen Eindruck zu bekommen. Außerdem ist es wichtig, dass die Tauschpartner den Betrieb, den sie besuchen, noch nicht kennen.
Tauschstart Freitagvormittag
Nachdem sich die Tauschpartner zusammen gefunden hatten, konnten die spannenden Tauschtage beginnen. Der Studierendentausch fand 2017 am zweiten und dritten Adventswochenende statt. In der Regel startete der Tausch nach der Stallarbeit am Freitagmorgen. Am Frühstückstisch fand ein erstes Kennenlernen mit der Betriebsleiterfamilie und dem Studierenden statt. Hier wurden dann schon die ersten Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede der beiden Betriebe herausgefunden.
Austausch und Diskussion
Nach dem gemeinsamen Frühstück ging es meist gleich an die ersten Arbeiten auf den Betrieben. Die Tätigkeiten auf den Betrieben reichten vom Ausmisten der Kälber bis zu Reparaturarbeiten im Schweinestall. Während dieser Arbeiten diskutierten und unterhielten sich die Tauschpartner miteinander. So konnte noch mehr über den Betrieb, aber auch über die Familie herausgefunden werden. In diesen Gesprächen kam dann auch schon ein Teil der Betriebsphilosophie heraus: Wo liegen die Schwerpunkte des Betriebes?
Einblick in die Stallarbeit
Am Abend ging es auf den Betrieben mit Tierhaltung in den Stall. Wichtig war dabei, dass die Studierenden in alle Bereiche, wie z. B. Melken oder Kälberfüttern, Einblick hatten. Der Tauschpartner beobachtete alle Arbeiten und half tatkräftig mit. Der ereignisreiche Tag wurde meist durch ein gemütliches Beisammensein mit der Betriebsleiterfamilie abgerundet. Am nächsten Morgen ging es noch einmal mit in den Stall und es wurden wieder regelmäßig anfallende Arbeiten, wie zum Beispiel im Kuhstall die Liegeboxen (Liegefläche) einstreuen, durchgeführt. Es gab auch kleine Betriebsrundfahrten, bei denen die angehenden Agrarbetriebswirte mit Stolz ihre Wiesen und Felder zeigten. Auch an diesem Tag wurden Leistungsdaten des Betriebes diskutiert. Am Abend nach der Stallarbeit ging es dann wieder Richtung Heimat.
Verbesserungsvorschläge erwünscht
Ziel des Austausches ist es, Optimierungsmaßnahmen im Betrieb aufzuzeigen und diese später in einem Bericht schriftlich zusammenzutragen. Das Schriftstück wird dann ausgetauscht und es kommt zwischen den Tauschpartner zu Diskussionen über Betriebsverbesserungen, wobei die Stärken besonders hervorgehoben werden dürfen, denn Lob schadet nie.