Semesterleiterin Judith Schlosser im Interview
Frischer Wind an der Höheren Landbauschule Almesbach

Am 1. August 2017 hat Judith Schlosser ihre neue Stelle als hauptverantwortliche Lehrkraft an der Höheren Landbauschule Almesbach angetreten.
Sie hat die Semesterleitung übernommen und ist für die Fächer zuständig, die den landwirtschaftlichen Unternehmer qualifizieren: Betriebswirtschaft und Finanzmanagement, Wirtschaft und Agrarmärkte, Steuern und Recht sowie Politik und Gesellschaft. Nach einem Jahr Pause und einem Lehrerwechsel hat nun für die HLS eine neue Ära begonnen. Schulleiter Helmut Konrad hat Judith Schlosser interviewt.
Frau Schlosser, was hat Sie bewogen, die neue Stelle in Almesbach anzutreten?
Nachdem ich seit über zehn Jahren durch Ausbildung und Beruf in ganz Bayern unterwegs war und dort wertvolle Erfahrungen gesammelt habe, lockte mich das Angebot, eine Stelle in Heimatnähe antreten zu dürfen.Des Weiteren hatte ich all die letzten Jahre sehr viel Freude an den Aufgaben eines Lehrers. Ich arbeite sehr gerne mit jungen Menschen. Die Stelle in Almesbach ist eine Vollzeitstelle als Lehrer und vereint dies.
Sie stammen aus der Oberpfalz. Woher kommen Sie genau?
Ich stamme aus Schnaittenbach im Landkreis Amberg-Sulzbach, bin dort aufgewachsen und wohne dort.
Wie war Ihr beruflicher Werdegang bisher?
Nach meiner mittleren Reife an der Dr.-Johanna-Decker-Realschule in Amberg zog es mich auf Grund meines Interesses an der Landwirtschaft an die Fachoberschule nach Triesdorf. Nur dort war es möglich, das Fachabitur in dieser Richtung zu absolvieren. Weil ich dort gemerkt habe, dass Landwirtschaft meine Leidenschaft ist, ich mich aber noch weiterbilden wollte, blieb ich in Triesdorf zum Studium.
Als Angestellte am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Weilheim im Fachzentrum "Einzelbetriebliche Investitionsförderung" im Anschluss an mein Studium, "musste" ich zunächst vertretungsweise Unterricht im Bildungsprogramm Landwirt halten und habe meine zweite Leidenschaft entdeckt: den Beruf des Lehrers. Um jedoch in der Landwirtschaftsverwaltung unterrichten zu dürfen, benötigt man einen "Master"-Abschluss. Deshalb setzte ich mein Studium neben der Tätigkeit am Amt an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf im Bereich Agrarmanagement fort. Darauf folgte das Referendariat in der Bayerischen Landwirtschaftsverwaltung an den Ämtern Roth und Schwandorf. Nach erfolgreicher Staatsprüfung trat ich meine erste Stelle am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Rosenheim an. Dort war ich vor allem in der Landwirtschaftsschule und bei der Erarbeitung von Stellungnahmen eingesetzt. Seit 1. August 2017 bin ich nun hier.
Woher kommt Ihr Bezug zur Landwirtschaft?
Mein Onkel betreibt einen landwirtschaftlichen Haupterwerbsbetrieb. Dort war ich von Kindesbeinen an in den Schulferien und habe mit großer Begeisterung mitgeholfen. Nach meiner Realschulzeit war ich drei Sommer als Sennerin in den Allgäuer Alpen eingesetzt. Diese wertvollen Erfahrungen haben meinen Berufswunsch verstärkt.
Was reizt Sie besonders am Beruf des Lehrers?
Man hat die Ehre, junge Menschen in ihrer Entwicklung zu begleiten und sie individuell zu fördern.
Sie sind jung und dynamisch. Was möchten Sie an der HLS Almesbach bewegen?
Ein großes Anliegen ist es mir, dass die Höhere Landbauschule in Almesbach am Leben erhalten wird. Ich finde es enorm wichtig, dass gerade in der Oberpfalz, in der die Landwirtschaft ein großes Standbein ist, weiterführende Bildungseinrichtungen Bestand haben.
Was liegt Ihnen für Ihren ersten Jahrgang, der am 20. September seine Schulzeit antritt, am Herzen?
Mir liegt am Herzen, dass wir dieses Schuljahr, das sowohl für die Studierenden, als auch für mich neu ist, gemeinsam erfolgreich abschließen können. Ich wünsche mir, dass die Schüler in dieser Zeit das mitnehmen, was sie auf ihrem späteren Lebensweg als Unternehmer in der Landwirtschaft benötigen und ihr Leben lang gerne und mit einem Lächeln im Gesicht an ihre Zeit an der Höheren Landbauschule Almesbach zurückdenken.