Jahresversammlung als Erlebnis
Ehemaligenverband besucht Privatmolkerei

Der Ehemaligenverband der Höheren Landbauschule hat im Rahmen seiner Jahresversammlung wieder ein landwirtschaftsnahes und inhabergeführtes Unternehmen in der Region besucht.

Das Konzept hat sich bewährt, um einerseits die Unternehmensentwicklung und -philosophie kennenzulernen und andererseits einen attraktiven Rahmen für die Mitgliederversammlung anbieten zu können. Ende 2017 galt der Besuch der Privatmolkerei Bechtel in Schwarzenfeld. Erneut war die Jahresversammlung wieder ein Erlebnis.
Vorsitzende Petra Hager begrüßte die Gäste in einem vollbesetzten Saal und freute sich, dass das neue Konzept immer aktiver angenommen werde. Sie bedankte sich bei Geschäftsführer und Firmeninhaber René Guhl für die Möglichkeit, die Jahresversammlung in Schwarzenfeld bei der Privatmolkerei Bechtel durchführen zu können. In ihrem Tätigkeitsbericht verwies Hager auf die Veranstaltungen im Jahr 2017 und hob ganz besonders die 25-Jahrfeier im Sommer mit über 250 Absolventen und Lehrern sowie den Festakt "25 Jahre HLS" mit Ehrengästen hervor. Beide Veranstaltungen seien sehr gut angenommen worden.
Stammtische und Praktikertag
Auch die monatlichen Stammtische und der Praktikertag im Januar waren nach ihrer Aussage sehr gut besucht. Von den Stammtischen während der Wintermonate stellte sie besonders den Vortrag von Alexander Borchert heraus, der den Einsatz von Glyphosat zum Anlass nahm, über die aktuelle landwirtschaftliche Produktion kritisch nachzudenken. Die intensive Diskussion zeigte, dass eine Standortbestimmung richtig sei. Petra Hager bedankte sich beim Vorstand, die die Veranstaltungen und die Verbandsarbeit mitorganisiert und mitgetragen habe. Kassier Christian Köllner legt den Kassenbericht vor. Die Kassenprüfer bestätigen eine ordentliche Kassenführung und beantragten die Entlastung von Kassier und der Vorstand. Die Entlastung wurde einstimmig erteilt.
Festschrift zu 25 Jahre HLS
Schulleiter Helmut Konrad berichtete vom Festakt "25 Jahre HLS". Es sei ein sehr intensiver und gelungener Tag gewesen. Anlässlich des Jubiläums wurde eine Festschrift erstellt, die an alle Gäste verteilt wurde und an alle Absolventen der Schule verschickt werde.

25 Jahre Höhere Landbauschule Almesbach: Ein Jahr für´s Leben

Unternehmen mit Ausbildungskonzept
Firmeninhaber René Guhl zeigte in seiner Begrüßung die Wichtigkeit einer fundierten Ausbildung auf. Das Unternehmen Bechtel sei zum "Ausbildungsbetrieb der Deutschen Milchwirtschaft 2017" gewählt worden, was u. a. auf das konsequente Ausbildungskonzept des Unternehmens zurückzuführen sei. "Viele Auszubildende haben keinen Bezug mehr zu den Milchbauern", so Guhl. Ihm sei aber wichtig, dass die Auszubildenden den ganzen Prozess der Milcherzeugung und -verarbeitung kennenlernten. Ermöglicht werde dies durch Rotation im Betrieb und durch einen zweitägigen Tierhaltungskurs für die neuen Lehrlinge in Almesbach. Aktuell bildet die Privatmolkerei 58 Auszubildende in acht Berufsbildern aus.
Lebenslanges Lernen
Guhl ging auf das Thema kontinuierliche Verbesserung ein. Nur so ließen sich Produktqualität und Kosten so realisieren, dass erfolgreich am Markt agiert werden könne. "Immer besser werden wollen ist das Erfolgsprogramm unseres Unternehmens", sagte René Guhl. Abschließend gab er den Gästen mit auf den Weg, dass sie das Lernen niemals aufhören sollten. Vorsitzende Petra Hager überreichte als kleines Dankeschön eine Flasche Eierlikör, der u. a. auch Milch enthält und wies dabei augenzwinkernd auf einen möglichen neuen Absatzkanal für Milch hin.
Philosophie der Privatmolkerei vorgestellt
Georg Müller, Bereichsleiter Beschaffung, stellte die Privatmolkerei Bechtel vor. Innovation und neue Ideen mit den Marktpartnern sowie Kooperation statt Konkurrenz, laute die Philosophie. So habe Bechtel als erstes Molkereiunternehmen die gentechnikfreie Milcherzeugung eingeführt und mit einem eigenen Unternehmen die Beschaffung der notwendigen Futterkomponenten organisiert. Auch das Programm "Ein gutes Stück Bayern" gehe auf eine Initiative der Molkerei in Zusammenarbeit mit dem Handel zurück und biete dem Verbraucher einen besonderen Produktstandard mit mehr Tierwohl. Neueste Initiative sei die Vermarktung von "ohne Gentechnik erzeugtem Kuhfleisch", die den Milcherzeugern einen Zusatzerlös biete ohne zusätzlichen Aufwand.
Grundlage für die Zukunft einer familiengeführten Molkerei sei der Auftrag an die aktuelle Generation im Unternehmen den Betrieb so zu gestalten, dass die nächste Generation das Unternehmen übernehmen und weiterentwickeln kann. "Zwischen einem Hof und der Molkerei gibt es so gesehen auch Parallelen", erklärte Müller. Die Privatmolkerei Bechtel wurde nach seiner Aussage 1908 gegründet und zählt heute 590 Mitarbeiter. Die anschließende Führung in Gruppen durch alle Produktions- und Logistikbereiche des Unternehmens zeigte die Innovationskraft und die Leistungsfähigkeit, aber auch die intensive Investitionstätigkeit des Unternehmens. Vorsitzende Petra Hager bedankte sich abschließend bei Georg Müller und seinem Team.