Ein Grund zum Feiern
25 Jahre HLS Almesbach: Ein Jahr für's Leben

Mit Ehrengästen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sowie ehemaligen Schülern und Lehrkräften hat die Höhere Landbauschule Almesbach im November 2017 ihr 25-jähriges Bestehen in der Stadthalle Neustadt an der Waldnaab gefeiert. Interviews von Absolventen zeigten, welche großes Wissen die Ausbildung zum Agrarbetriebswirt vermittelt.

Unter den Ehrengästen waren auch die ehemaligen Schulleiter Adolf Baumann und Franz Schneider. Der jetzige Schulleiter Helmut Konrad wies auf den Weitblick junger Landwirte der Region hin, die damals die weiterführende Fachschule in der Region forderten, um Hofnachfolgern in Wohnortnähe die Chance zur Unternehmerfortbildung zu geben. Für die annähernd 400 Studierenden habe die Schule bleibende Wert geschaffen.
Bildung braucht Zeit
Festredner Dr. Michael Karrer, Schulreferent im Bayerischen Landwirtschaftsministerium, ging auf die Notwendigkeit der Bildung ein: Um ein landwirtschaftliches Familienunternehmen zu führen, reiche angelerntes Wissen nicht aus. Es brauche Unternehmerpersönlichkeiten und deren Bildung brauche Zeit. "Ein Abschluss an der HLS braucht keinen Bachelor zu fürchten", verglich Dr. Karrer den Wissensstand und verwies auf die intensive Anwendung und praxisorientierte Übung der von künftigen Unternehmern erwarteten Fähigkeiten und Fertigkeiten bis hin zur Persönlichkeitsbildung. Das werde inzwischen auch von Personalverantwortlichen im vor- und nachgelagerten Bereich erkannt.
Arbeit mit Herzblut
Stellvertretender Landrat Albert Nickl – er bezog Oberbürgermeister Kurt Seggewiß in sein Grußwort mit ein - bestätigte, dass in der Arbeit für die Höhere Landbauschule viel Herzblut mit eingeflossen sei und bezeichnete die Schule als eine bedeutende Einrichtung für die gesamte Oberpfalz: "Hier gehen Stadt und Land Hand in Hand!"
Ehrengäste lobten Leistungen der Schule
BBV-Bezirkspräsident Josef Wutz, selbst Absolvent einer Höheren Landbauschule, nannte seine Fortbildung auch noch nach 40 Jahren "Lebenserfahrung HLS". Er betonte, dass die Landwirtschaft vor neuen Herausforderungen stehe: "Diese müssen wir annehmen und dazu gehört die Aus- und Fortbildung.“ Hans Koller, Vorsitzender des Verbandes für landwirtschaftliche Fachbildung in Bayern bezeichnete die Schule als "entscheidende Grundlage für ein erfolgreiches Bestehen und Meistern." Die Schule kombiniere und vertiefe Wissen und Können, also Theorie und Praxis, und bereite damit ideal auf die Unternehmeraufgaben vor.
Große Familie Almesbach
Die Vorsitzende des Ehemaligenverbandes der HLS Petra Hager zeigte die Bildungsarbeit nach der Schulzeit auf: Neben rein fachlichen Aktivitäten, wie Stammtischen mit Vorträgen, Praktikertagen und Werksbesichtigungen lege der Verband großen Wert auf Begegnungen und Freundschaften. Auch hier zeige sich die "große Familie Almesbach". Die neue Prägung der Jahresversammlungen des Verbandes bezeichnete sie als "Erlebnis". Die Verbandsmitglieder schätzen jedenfalls die innovative Form mit Betriebsbesichtigung inhabergeführter Unternehmen und Informationen zur Unternehmensphilosophie und -strategie. Den Festakt umrahmte die Gruppe Musikuss. Sie begleitet die Höhere Landbauschule bei Schulschlussfeiern bereits seit 18 Jahren.

Sieben Interviews zum Bildungswert

Höhepunkt des Festaktes war die Präsentation von sieben Interviews, die der aktuelle HLS-Jahrgang mit Absolventen aus unterschiedlichen Jahrgängen geführt hatte. Sie zeigte die große Bandbreite, die der Abschluss als Agrarbetriebswirt ermöglicht: Betriebserweiterung und –optimierung, Schwerpunktbildung, aber auch der Übergang vom Haupt- zum Nebenerwerb und die Rückkehr zum Haupterwerb wurden vorgestellt.

Alle Interviewpartner waren sich einig:

  • Die HLS hat das unternehmerische Denken und die Kommunikation geschult und geübt.
  • Projekte haben auf die Öffentlichkeitsarbeit vorbereitet.
  • Betriebsbesuche erweiterten den Horizont und stärkten die eigene Meinung.
  • Die Klassengemeinschaft besteht über Jahre hinweg und wird auch heute noch für Gedankenaustausch und gegenseitige Beratung genutzt.
Resümee
Die interviewten Absolventen waren sich auch einig darüber, dass es neben dem Betrieb Wichtiges gibt: Familie, Nachbarschaft und Hobbys. Nur so könne ein Betrieb langfristig Freude machen und existieren. Im Anschluss gab Schulleiter Konrad einen Bilderrückblick auf die Aktivitäten und Besonderheiten der Almesbacher HLS, deren große Stärke der Standort "mitten im Bauernhof“ des LVFZ Almesbach ist. Resümierend stellte er fest: "Wir verknüpfen vor Ort Theorie und Praxis für die künftigen Unternehmer."
Interviewer bei der Arbeit
Interviews zum Nachlesen
Nachzulesen sind die Interviews in der extra angefertigten Chronik der HLS. Neben Streifzügen durch die vergangenen 25 Jahre enthält diese Festschrift neben den Interviews viele Informationen zu den reichen Inhalten und dem Ablauf eines Schuljahres. Erhältlich ist die Chronik am LVFZ Almesbach, Telefon 0961 39020-0 oder per E-Mail: LVFZ-Almesbach@LfL.bayern.de